|
diese Seite drucken www.dale-carnegie.at |
|
medianet,
11.09.2009 Fairness oder Lippenbekenntnis? Outplacement-Services gewinnen an Momentum. Clemens Widhalm und Elfriede Gerdenits von Dale Carnegie verraten, warum. Widhalm: „Jetzt können Unternehmen zeigen, was sie sozial draufhaben.“ |
|
Wien. Der Weg des Gekündigten ist in der Regel einsam: Nach dem „Danke für die Mitarbeit“ seitens des Arbeitgebers steht dem künftig Jobsuchenden der oft demütigende Gang zum AMS bevor – meist alleine, meist ohne Unterstützung. Außer er kommt in den Genuss eines professionellen Outplacement-Services: „Ich möchte den Outplacement-Vorgang mit einer Metapher beschreiben“, erklärt Elfriede Gerdenits, Beraterin bei Dale Carnegie: „Wir haben ein großes Beet von Pflanzen. Und nun gilt es, manche dieser Pflanzen an einem anderen Ort anzupflanzen und zu hoffen, dass sie auch wurzeln können.“ Derzeit gebe es seitens der Arbeitgeber noch viel zu wenig Begleitung bei der Kündigung, kritisiert sie den Status quo. Umdenkprozess Die vielzitierte Krise führe aber langsam zu einem Umdenken, wie Clemens Widhalm, Managing Partner von Dale Carnegie Österreich, gegenüber medianet attes-tiert: „Jetzt können Unternehmen zeigen, was sie unter dem Begriff Unternehmenskultur verstehen, oder ob es sich doch nur um Lippenbekenntnisse handelt.“ Und Gerdenits ergänzt: „Es werden diejenigen Unternehmen reüssieren, die ihre Mitarbeiter mit Anstand kündigen und unterstützen.“ Auf Outplacement-Services greife ein Unternehmen daher nicht zurück, weil es sozial „gut“ ist, sondern weil es laut Gerdenits wirtschaftlich schädigend sein kann, wenn der Rotstift beim Personal zu rücksichtslos angesetzt werde. „Wer es jetzt schafft, sich als fairer Arbeitgeber zu positionieren, wird nach der Krise auch die Talente leichter an sich binden können.“ Hilfe für den „Exekutor“ Auch dürfe man Outplacement nicht nur als Unterstützung der vor der Kündigung stehenden Personen betrachten: „Neben den zu kündigenden ist auch für den Personalverantwortlichen Unterstützung angebracht“, so Gerdenits. So seien die meisten „Exekutoren“ mit der Situation überfordert. „Sie sind im Vorfeld – Kündigungsgerüchte kursieren ja schnell – angefeindet, verunsichert und unter Druck“, beschreibt sie die Alltagssituation: „Und gerade in der Vorbereitungsphase einer Kündigung haben diese Personen einen großen Beratungsbedarf. Das hat man in Österreich aber noch nicht ganz verinnerlicht.“ Davon abgesehen dürfe man die negative Wirkung von Kündigungen auf die verbleibende Belegschaft nicht unterschätzen: „Wenn ein Mitarbeiter erkennt, dass der Arbeitgeber fair agiert, ist er motivierter. Und motivierte Mitarbeiter schaffen mitunter den vierfachen Output als unmotivierte“, erklärt Widhalm. Drei Phasen Als Konkurrent zum AMS will Widhalm sich als Outplacement-Anbieter nicht verstehen: „Wir würden definitiv zu kurz greifen, wenn wir den Gekündigten nur Jobtraining anbieten würden.“ Vielmehr sei Outplacement ein Fünf-Phasen-Prozess: Zuerst müsse man den oft geknickten Menschen eine neue Perspektive vor Augen führen. Nach dem Aufbauen im zweiten Schritt gelte es dann, die Eigeninitiative und die individuelle Strahlkraft der Personen zu entwickeln. „Und erst im letzten Schritt kommt die Vorbereitung auf die Bewerbungssituation“, beschreibt er den alles andere als kurzfristigen Prozess – ein hoher Prozentsatz hat nach drei bis sechs Monaten eine neue Stelle. Was Outplacement die Unternehmen koste, konnte Widhalm nicht generell sagen. Aber: „Die Kollateralschäden bei rücksichtsloser Kündigung sind größer als die Kosten, die durch Outplacement entstehen.“ (jawe) siehe auch www.dale-carnegie.at/JOB siehe auch www.zufriedenheitscoach.tv |